Studie von Materna und der Hochschule Harz zeigt Wunsch nach mehr Transparenz gegenüber Bürgern und Wirtschaft

ogd-studie2012 cover webOpen Government Data beschreibt den aktuellen Trend, offene Daten aus den Verwaltungen nutzbar zu machen. Doch zeigen die Ergebnisse der jetzt vorliegenden Studie zum Status Quo von Open Government Data, dass die bisherigen Aktivitäten der Behörden noch relativ weit entfernt sind vom eigentlichen Grundgedanken der „offenen Daten“. Die Umsetzung ist noch ausbaufähig, was sich auch beispielsweise darin zeigt, dass bei den wenigsten Angeboten die Daten maschinenlesbar bereitstehen. Dennoch schätzen mehr als die Hälfte der befragten Verwaltungen Open Government Data als bedeutend ein. Ebenso viele haben bereits Open Government Data-Angebote realisiert. Der IT-Dienstleister Materna GmbH und die Hochschule Harz haben 72 Bundes- und Landesbehörden sowie Kommunen dazu befragt. Insgesamt überwiegen jedoch die positiven Tendenzen: Vor allem bestehende Angebote, beispielsweise in den Bereichen geografische Informationssysteme (GIS), Finanzen und Haushalt sowie Statistik, wollen die befragten Verwaltungen weiter ausbauen.
Open Government Data ist ein komplexes Themengebiet der öffentlichen Verwaltung. Bislang nur in den Ämtern verfügbare Daten sollen Bürgern und Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Damit wird die Verwaltung auf allen Ebenen transparenter und bürgernäher. Die bisherige Zurückhaltung bei der Herausgabe von Daten beruht vor allem auf Faktoren wie Datenschutz und rechtlichen Gegebenheiten, aber auch an fehlenden materiellen und personellen Ressourcen.

Die Herausgeber der Studie empfehlen den Verwaltungen, sich dem Thema schrittweise zu nähern und in die bestehenden Strategien und Arbeiten einzubinden. Auch durch Kooperationen mit anderen Verwaltungen lassen sich Ressourcen und Know-how bündeln. Notwendig sind jedoch auch standardisierte Modelle, um den Integrations- und Implementierungsaufwand in den Verwaltungen zu senken und die Potenziale zu fördern, die sich für die „Veredlung“ der Daten durch die Wirtschaft bieten.

Die Studie wurde als gemeinsames Projekt zwischen Materna und dem Fachbereich Verwaltungswissenschaften der Hochschule Harz unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Jürgen Stember durchgeführt.

Die Ergebnisse im Überblick

  • Nach den Elementen von Open Government Data befragt, sehen nur etwas mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Befragten den engeren Kern von Open Government Data in der Bereitstellung von Rohdaten. Als wesentliche Elemente von Open Government Data gelten mehrheitlich die Faktoren Transparenz und Öffnung der Verwaltung.
  • Mehr als die Hälfte der Befragten schätzen Open Government Data als sehr bedeutend bzw. bedeutend ein. Nach der Bedeutung für die eigene Institution befragt, ist dies jedoch nur bei einem Drittel der Fall.
  • Die Mehrheit (57 Prozent) gibt an, bereits Open Government Data-Angebote bereitzustellen bzw. derzeit zu planen. Noch bieten allerdings ein Viertel der Befragten keine Open Government Data-Angebote an. Hierbei haben die staatlichen Stellen die Nase vorn: Mehr als zwei Drittel aller staatlichen Stellen verweisen bereits auf Open Government Data-Angebote, während dies auf kommunaler Ebene nur rund die Hälfte bestätigen.
  • Sowohl Kommunen als auch staatliche Verwaltungen sehen in der Erhöhung der Transparenz (71 Prozent) einen der zentralen Beweggründe für die Umsetzung von Open Government Data.
  • Nicht überraschend werden Open Government Data-Angebote insbesondere für die Themenbereiche geografische Informationssysteme (GIS), Finanzen und Haushalt sowie Statistik eingesetzt. Die Ergebnisse lassen sich auf eine einfache Formel bringen: Wo bislang schon viel geleistet worden ist, wird auch noch mehr geplant.
  • Bei den Eigenschaften der Datenangebote ragt mit 71 Prozent der einfache Zugang vor allen anderen Kriterien heraus. Offenbar steht die Sicht des Anwenders im Vordergrund. Als weniger wichtig wird die Maschinenlesbarkeit bewertet. Auch eine aktuelle Studie des Bundesministeriums des Innern sieht insbesondere in der Maschinenlesbarkeit noch großen Nachholbedarf.
  • Die Mehrheit (61 Prozent) der befragten Verwaltungen, die Open Government Data-Angebote planen oder bereits anwenden, stellt ihr Datenangebot kostenfrei zur Verfügung.
  • Bei den eingesetzten Datenformaten dominieren mit Abstand unstrukturierte, proprietäre Formate in Form von pdf- und jpg-Dateien. Dies entspricht jedoch nicht dem Grundgedanken des Open Government Data, das die Weiterverarbeitung und Verknüpfung von Daten fördern will.
  • Die bisherigen Open Government Data-Angebote der Befragten richten sich mit 73 Prozent vorwiegend an die Bürger. An zweiter Stelle werden die Unternehmen mit 56 Prozent genannt.
  • Die größten Hemmnisse sind unzureichende Personalkapazitäten (71 Prozent) und hohe Kosten (56 Prozent). Als weitere entscheidende Hemmnisse nennen die Befragten Datenschutz und Sicherheit (61 Prozent). Wie auch in anderen Studien festgestellt, beurteilen Verwaltungen, die bereits Open Government Data-Angebote anwenden bzw. planen, die Hemmnisse als geringer – mit einer Ausnahme: der Kosten. Offensichtlich zeigen die praktischen Erfahrungen, dass die Bereitstellung von Daten doch höheren Aufwand verursacht als erwartet.
  • Die wichtigsten Potenziale von Open Government Data werden vor allem in der Transparenzsteigerung (83 Prozent) und der dadurch besser möglichen Bürgerbeteiligung (76 Prozent) gesehen.
  • Bei der Datenbereitstellung spielt die eigene Web-Seite die zentrale Rolle. Gemeinschaftliche Datenportale stehen bislang noch nicht im Fokus der Verwaltungsakteure.

 

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